Cityhändler fordern mehr Unterstützung der Politik

22. Januar 2015, 9:10

In Bayern haben immer mehr Kommunen mit den Folgen tiefgreifender Veränderungen zu kämpfen. Insbesondere der innerstädtische Einzelhandel bekommt die massiven Folgen des Verdrängungswettbewerbs, des Online-Handels und des anhaltenden Trends zur Großflächigkeit zu spüren. Wie der Präsident des Handelsverbands Bayern (HBE), Ernst Läuger, auf dem Neujahrsempfang des Verbands sagte, verändere sich das Gesicht der Städte. Auslöser dafür seien neue Trends im Shoppingverhalten der Kunden, der demografische Wandel und der boomende Online-Handel.

 „Viele Innenstädte liegen auf der Intensivstation“, behauptet Ernst Läuger. Für den Einzelhandel zählt neben den Auswirkungen des Online-Handels der Attraktivitätsverlust der Innenstädte und Ortskerne zu den drängendsten Problemen. Immer mehr Geschäfte klagen über einen Rückgang der Besucherfrequenzen. „Besorgniserregend ist, dass immer mehr kleine, inhabergeführte Geschäfte verschwinden“, so Läuger. Gerade das Sterben dieser Geschäfte gefährde den Branchenmix. „Dabei wissen wir alle, dass ein konkurrenzfähiges und vielfältiges Warenangebot zu den Grundvoraussetzungen einer lebendigen und attraktiven Innenstadt zählt.“

Um die Verödung von Ortskernen zu stoppen, fordert der bayrische HBE-Präsident mehr Unterstützung von der Politik. Es solle das gemeinsame Ziel von Handel und Stadt sein, die Attraktivität und Erreichbarkeit der Innenstädte zu erhalten und auszubauen. „Wir können die aktuellen Herausforderungen jedoch nur dann meistern, wenn Handel, Bürgerschaft, Vermieter und Politik an einem Strang ziehen“, betont Läuger.

Über 400 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Justiz, Kultur und Medien waren der Einladung zum traditionellen Neujahrsempfang des bayerischen Einzelhandels in den „Bayerischen Hof“ nach München gefolgt. Als Gastredner konnte HBE-Präsident Läuger diesmal den bayerischen Innenminister Joachim Herrmann begrüßen.