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GfK: Konsumklima wieder leicht rückläufig

24. Mai 2018, 13:45

Die Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran durch den amerikanischen Präsidenten hat laut GfK die Stimmung der Konsumenten nicht sonderlich beeinträchtigt. Die Konjunktur- und Einkommensaussichten zeigen sich im Mai auf gutem Niveau stabil, während die Kauflaune etwas weniger euphorisch ist. Als Konsequenz verzeichnet das Konsumklima minimale Einbußen. 

Nach dem Rückschlag im Vormonat behauptet sich die Konjunkturerwartung der Verbraucher im Mai dieses Jahres. Der Indikator zeigt keinerlei Veränderung und bestätigt damit seinen April-Wert in Höhe von 37,4 Zählern. Gegenüber dem Vorjahr ist dies noch immer ein leichtes Plus von 2,6 Punkten.

Dynamik lässt nach

Allerdings zeigt der Verlauf des Indikators seit Anfang des Jahres, dass nach Einschätzung der Konsumenten die wirtschaftliche Dynamik in Deutschland etwas nachlassen könnte. Und hier sehen sie sich durch die Realität bestätigt. Nach den ersten Schätzungen des Statistischen Bundesamtes stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal dieses Jahres gegenüber dem letzten Quartal 2017 um 0,3 Prozent. Dabei kamen die wesentlichen Impulse aus dem Inland in Form steigender Investitionen und Konsumausgaben. In den beiden Vorperioden stieg das Wirtschaftswachstum mit 0,7 Prozent (3. Quartal 2017) beziehungsweise 0,6 Prozent (4. Quartal 2017) noch etwa doppelt so stark. 

Die Einkommenserwartung kann laut GfK „ihr exzellentes Niveau weiterhin halten“. Der Indikator gewinnt 0,7 Zähler hinzu und kompensiert damit die Verluste aus dem April zur Hälfte. Im Mai erreicht der Indikator 54,2 Punkte. Im Vergleich zum Vorjahr steht damit ein kleines Minus von rund vier Zählern zu Buche.

Stabile Konjunktur- und Arbeitsmarktaussichten sind die wesentlichen Stützen des Einkommensindikators. Sie sorgen für gute Einkommenszuwächse sowohl bei den Beschäftigten als auch den Rentnern, denn deren Rentenerhöhungen sind an die allgemeine Lohnentwicklung gekoppelt. Da die Inflation auch in den kommenden Monaten moderat bleiben soll, wird auch real ein Plus in den Geldbeuteln der Konsumenten ankommen.

Anschaffungsneigung

Im Gegensatz zu den Konjunktur- und Einkommensaussichten erleidet die Anschaffungsneigung in diesem Monat Verluste. Mit einem Minus von 4,1 Zählern rutscht der Indikator auf 55,9 Punkte. Trotz der Einbußen ist die Anschaffungsneigung weiterhin auf einem sehr hohen Niveau und nahezu exakt auf dem Wert des Vorjahres.

Die ausgezeichnete Beschäftigungslage, geringe Angst den Job zu verlieren sowie steigende Einkommen sorgen dafür, dass die Bundesbürger weiter bereitwillig ihre Geldbeutel für Konsumausgaben öffnen. Gestützt wird dies zudem durch ein anhaltend stabiles Preisklima, wenn auch die Rohölpreise durch die geopolitische Unsicherheit zuletzt etwas gestiegen sind.

Nach 10,8 Zählern im Mai prognostiziert GfK für Juni 2018 einen Wert von 10,7 Punkten beim Konsumklima. Damit geht das Konsumklima zum zweiten Mal in Folge leicht zurück. Das Niveau des Indikators sei aber nach wie vor gut, heißt es bei den Nürnberger Konsumforschern. Deshalb bestätigt GfK seine zu Beginn des Jahres vorgenommene Prognose, wonach der reale private Konsum in diesem Jahr um etwa zwei Prozent steigen wird. Hierfür sind vor allem die überaus guten inländischen Rahmenbedingungen, wie zunehmende Beschäftigung, steigende Einkommen und moderate Inflation, verantwortlich.

Mögliche Risiken für das Konsumklima ergeben sich in erster Linie aus der geopolitischen Lage. Die Konfrontation mit Russland im Syrienkonflikt, aktuell das Aufkündigen des Iran-Atomabkommens durch den amerikanischen Präsidenten sowie drohende Handelssanktionen können die Spannungen weiter erhöhen. Vor allem eine Beeinträchtigung des Handels durch US-Sanktionen würden die Exportnation Deutschland nachhaltig treffen. In diesem Falle wäre auch das bislang gute Konsumklima in Gefahr und die guten Konsumprognosen vermutlich obsolet.

Zur Studie

Der Befragungszeitraum für die aktuelle Analyse war vom 27. April 2018 bis 14. Mai 2018. Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie „GfK-Konsumklima MAXX“ und basieren auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. In diesem Report werden die Indikatoren grafisch aufbereitet, prognostiziert und ausführlich kommentiert. Darüber hinaus finden sich darin auch Informationen über die Ausgabevorhaben der Verbraucher für 20 Bereiche der Gebrauchsgüter-, Verbrauchsgüter- und Dienstleistungsmärkte. Die GfK-Konsumklimastudie wird seit dem Jahr 1980 durchgeführt.

Das Konsumklima bezieht sich explizit auf die gesamten privaten Konsumausgaben. Der Einzelhandel macht jedoch – je nach Abgrenzung – lediglich etwa 30 Prozent der privaten Konsumausgaben aus. Der Rest sind Dienstleistungen, Reisen, Miete, Gesundheitsdienstleistungen sowie der gesamte Wellness-Bereich. Die Anschaffungsneigung ist – wie alle anderen Indikatoren auch – ein Stimmungsindikator. Die Ergebnisse der Stimmungsbefragung stammen aus den monatlich durchgeführten persönlichen Interviews. 

www.gfk.com/de