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Handelsstudie: Das sind die Wachstumstreiber im Technik-Markt

8. Dezember 2017, 10:26

Smarte Geräte sind gefragt

Aufgrund der verkürzten Adventszeit rechnet der BVT mit einem umsatzstarken Jahresendspurt. BVT-Geschäftsführer Willy Fischel: „Samstag der 23. Dezember dürfte einer der umsatzstärksten Einkaufstage werden.“ Nach Angaben des Handelsverbands Deutschland (HDE) will jeder Bundesbürger im Durchschnitt in diesem Jahr 466 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben. Da dürften Technik-Produkte gut im Rennen liegen.

„Der Verbraucher setzt mehr denn je auf Qualität. Smarte TV-Geräte mit Internetanbindung, großer Bildschirmdiagonale und UHD-Bildqualität treiben den Markt. Elektrogroßgeräte profitieren vom Immobilienboom und die Küche avanciert zum Statussymbol und Lifestylethema. Elektrokleingeräte wie Saugroboter oder Espressovollautomaten sind im Jahr 2017 die Hingucker auf dem Gabentisch“, beobachtet Willy Fischel. Auch die mobile Mediennutzung bleibt ein Dauerbrenner. So erwartet der BVT, dass die Deutschen in diesem Jahr voraussichtlich 23,5 Millioenn Smartphones kaufen. „Das sind mengenmäßig zwar „nur“ 1,1 Prozent mehr als im Jahr 2016. Der Durchschnittspreis stieg aber von 412 auf 428 Euro. Die Kunden sind bereit, für innovative Technik, schnellere Prozessoren und größere Bildschirme immer mehr Geld zu investieren. Nach der Markteinführung der neuen Apple-Serie sind sogar Preise um 1.000 Euro kein Tabu mehr“, sagt Willy Fischel.

Der Gesamtmarkt umfasst Konsumelektronik, Foto, Elektrogroßgeräte und Elektrokleingeräte, Telekommunikation, Informationstechnik und Bürobedarf. Das Weihnachtsgeschäft spielt für die Branche eine große Rolle: Immerhin 26 Prozent ihres Budgets für Unterhaltungselektronik geben die Deutschen in den Monaten November und Dezember aus.

Saugroboter und Kaffeevollautomaten

Die Sehnsucht der Deutschen nach mehr Lifestyle und Genuss, nach gutem und gesundem Essen ist groß und so geben sie für entsprechende Elektrokleingeräte in diesem Jahr drei Prozent mehr aus. „Die Deutschen sind wahre Kaffee-Connaisseure“, meint Jürgen Boyny, Global Director Consumer Electronics GfK Retail and Technology GmbH. Während in diesem Jahr die Erfolgsgeschichte der akkubetriebenen Handstaubsauger fortgeschrieben wurde – ihr Absatz wuchs noch einmal um mehr als 50 Prozent – machten neuartige Roboter-Staubsauger von sich reden. Von ihnen kauften die Deutschen 28 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die Aufbereitung sauberer Luft liegt im Trend: So verkaufte der Handel 34 Prozent mehr Luftreinigungsgeräte.

Die Ausgaben für Elektrogroßgeräte wachsen seit zehn Jahren in Folge. „In diesem Jahr wuchs der Markt bis jetzt um zwei Prozent, das ist das Minimum, was wir für das Weihnachtsgeschäft und für das kommende Jahr erwarten“, sagt Jürgen Boyny. Nachdem in den vergangenen drei Jahren vor allem mehr Geräte verkauft wurden, investierten die Deutschen in diesem Jahr besonders bei Waschmaschinen und Geschirrspülmaschinen wieder mehr Geld in höherwertigere Geräte. Der neueste Schrei sind smarte Großgeräte, die bereits auf einen Anteil von vier Prozent kommen.

Kochfelder, bei denen der Dunstabzug gleich daneben eingebaut ist, boomen ebenfalls: Das Segment wächst um 90 Prozent in der Menge im Vergleich zu 2016. Energieeffiziente Geräte bleiben gefragt, auch wenn die EU-Energielabel-Klassen inzwischen an ihre Grenzen stoßen: So dominiert bei Waschmaschinen schon heute das Segment A+++.

Fachhandel investiert umfassend

Logistik ist Trumpf: Über den Preis alleine zu verkaufen, funktioniere schon lange nicht mehr. Der Service entscheide mehr denn je über den Erfolg. Damit hänge die Zukunftsfähigkeit des Handels maßgeblich mit einer laufenden Optimierung der Logistik-Prozesse zusammen, heißt es beim BVT. Die Einkaufskooperationen unterstützen ihre mittelständischen Mitgliedsunternehmen bei ihrer Digitalisierungsoffensive mit Logistikkonzepten, Online-Plattformen oder Social-Media-Konzepten.

Qualifizierte Mitarbeiter können erfolgsentscheidend sein. In der immer unübersichtlicheren, digitalen Welt wollen Endverbraucher nicht nur Alexa und Siri, sondern jemanden, dem sie vertrauen können. So wächst der Bedarf nach individueller Beratung, Installation und Konfiguration bei vernetzten und smarten Lösungen. „Je digitaler unsere Welt, desto wichtiger die persönliche und individuelle Beratung. Kompetente und freundliche Mitarbeiter bieten den Kunden wichtige Orientierung im Vernetzungsdschungel“, so Willy Fischel.

Die Warenpräsentation wird lebendig: Emotionale Erlebniswelten sind für den stationären Handel die bestmögliche Abgrenzung zu Massen- und Onlinevertreibern. Gerade im Technikhandel werden neue Technologien verstärkt „live“ demonstriert. Von Drohnen-Flugzonen bis zu Saugroboter-Rennstrecken reicht das Spektrum. „Anschauen, anfassen und erleben kann man online nicht ersetzen“, betont Willy Fischel.

Multichannel: Das Beste aus zwei Welten

Am liebsten kaufen die Deutschen ihre Elektrogeräte weiterhin in stationären Geschäften. Dort geben sie 69 Prozent ihres Technik-Budgets aus. Als Markttreiber bleibt der Onlinekanal aber wichtig. „Fast jeder dritte Technik-Euro wird inzwischen im Internet ausgegeben – in den Onlineshops der stationären Händler und bei reinen Onlinehändlern. Viele stationäre Händler investieren in ihre Multichannelpräsenz und nehmen das Onlinewachstum mit. Ein Drittel des Online-Umsatzes geht inzwischen schon über die Onlineshops der stationären Händler“, sagt Willy Fischel.

Endverbraucher können sich im Händler-Onlineshop über vorrätige Ware informieren und im Geschäft zurücklegen lassen. Wer die Ware sofort haben will, kann sie dann zeitnah im Geschäft abholen (Click & Collect). Wer es nicht so eilig hat, lässt sich die Ware von seinem Händler nach Hause schicken. Und wer noch nicht genau weiß, was er kaufen soll, profitiert von einer guten Fachberatung im Geschäft. Willy Fischel: „Der Kunde will heute alles und der Handel gibt ihm was er will. Händler mit stationärem Geschäft setzen mit einem Onlineshop längst auf Multichannel. Pure Player denken verstärkt über stationäre Geschäfte nach. Die höchsten Zuwachsraten erzielen derzeit Multichannel-Anbieter, die es schaffen, das Beste aus beiden Welten zu kombinieren.“

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