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Spielwaren: Fachhandel hofft auf erhöhten Beratungsbedarf

20. Juni 2015, 13:08

Der Markt für Spielwaren konnte im vergangenen Jahr um 6,8 Prozent wachsen. Das zeigt der aktuelle „Branchenfokus Spielwaren“ des Instituts für Handelsforschung (IFH). Angekurbelt wurde die Nachfrage unter anderem durch die zunehmende Integration von Technik in klassische Spielwaren – zum Beispiel Brettspiele – sowie durch Trends zu mehr Kreativität und Nachhaltigkeit.

Starker Fachhandel

Die Distribution des Marktes ist nach wie vor vom spezialisierten Fachhandel geprägt. Zuletzt musste der kleinbetriebliche Handel allerdings leichte Einbußen von Marktanteilen hinnehmen. In den vergangenen sechs Jahren hat der Spielwaren-Fachhandel bei seinem Marktanteil 1,7 Prozentpunkte verloren. 

Dennoch konnten kleine Fachhändler im vergangenen Jahr 26,4 Prozent des Gesamtumsatzes mit Spielwaren für sich verbuchen. Fachhändler und Fachmärkte realisierten im Jahr 2014 gemeinsam rund 48 Prozent des Spielwarenumsatzes. Insbesondere der steigende Beratungsbedarf der Konsumenten, der durch Qualitätsskandale und bildungspolitische Diskussionen gefördert wird, eröffnet dem Fachhandel künftig Chancen.

Internet-Pure-Player mit hohen Wachstumsraten

Doch andere Anbieter holen auf. So konnten vor allem Internet-Pure-Player hohe Wachstumsraten verzeichnen. Im vergangenen Jahr erreichten die reinen Online-Händler einen Marktanteil von 13,3 Prozent – das entspricht einer Steigerung um fast zehn Prozentpunkte innerhalb der vergangenen sechs Jahre. „Beim Online-Kauf von Spielwaren ist gerade für Eltern Convenience wichtig. Der sogenannte Quengel-Faktor spielt beim Online-Shopping keine Rolle. Wir gehen davon aus, dass die Online-Umsätze mit Spielwaren – wie in anderen Branchen auch – zukünftig weiter steigen“, prognostiziert Hansjürgen Heinick, Senior Consultant und Branchenexperte am IFH Köln.

Der LEH – dazu zählen Supermärkte, SB-Warenhäuser und Discounter – konnte seit 2008 ebenfalls Marktanteile gewinnen. Dies liegt insbesondere am starken Wachstum der Discounter. Die zunehmende Verschiebung in Richtung Non-Food-Sortiment und Aktionsware im LEH schafft Platz für verschiedenste Sortimentsbereiche. So wird die Frequenz junger Eltern von klassischen Supermärkten und Discountern immer häufiger genutzt, um Spielwaren anzubieten. 

 

www.ifhkoeln.de/