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Weitere Turbulenzen um Möbelkonzern Steinhoff

27. April 2018, 10:48

Wie die Publikation „Handelsblatt“ berichtet, hat der ehemalige Steinhoff-Großaktionär Christoffel Wiese an der südafrikanischen Konzernzentrale eine milliardenschwere Klage eingereicht. Demnach fordert Wieses private Vermögensverwaltung Titan Group 59 Milliarden südafrikanische Rand – umgerechnet 3,9 Milliarden Euro – von Steinhoff, mit der der einheimische Investor vor zwei Jahren die Übernahme des US-Matratzenkonzerns Mattress Firm mitfinanziert hatte. Außerdem will die Titan Group die Rückabwicklung des Verkaufs seines südafrikanischen Textil-Einzelhändlers Pepkor an Steinhoff, für den Wiese ebenfalls Steinhoff-Aktien bekommen hatte, rückgängig machen. Der betroffene Konzern will die Forderungen prüfen und muss zunächst einen weiteren Einbruch des Aktienkurses um 14 Prozent auf 0,13 Euro verkraften. Vor einem Jahr war die Steinhoff-Aktie noch mehr als fünf Euro wert.

Christo Wiese – wie er sich bevorzugt nennt – war mit dem Aufkommen von Bilanzfälschungs-Vorwürfen im Dezember 2017 als Verwaltungsratschef zurückgetreten.  Seither kämpft der hoch verschuldete Konzern unter anderem mit dem Verkauf von Beteiligungen um das finanzielle Überleben. Christo Wiese will nach eigenen Angaben trotz seiner Klage den Erhalt des Konzerns sicherstellen, dessen Wurzeln in einem 1964 begründeten Möbelvertrieb im niedersächsischen Westerstede liegen und der zweitweise als Europas zweitgrößter Möbelhändler nach Ikea galt. 

Am Mittwoch, den 16. April, hatte laut „Handelsblatt“ Steinhoff den Rechtsstreit um den 50-prozentigen Anteil am deutschen Billig-Möbelhändler Poco beigelegt und diesen zum Gesamtkaufpreis von 266 Millionen Euro an den österreichischen Miteigentümer XXXLutz übertragen. Damit ist Poco künftig mit rund 8.000 Mitarbeitern, 123 Möbelhäusern und 1,6 Milliarden Euro Umsatz vollständig im Besitz der XXXLutz-Gruppe, die laut „Handelsblatt“ ursprünglich von der Steinhoff-Gruppe aus dem Bergkamener Unternehmen herausgedrängt werden sollte.

www.steinhoffinternational.com/ www.handelsblatt.com